Mein Saison-Tagebuch: Wie wir uns fast unsterblich gemacht hätten
von Niklas Munz
Der ehrliche Rückblick auf die Saison 2025/2026 von der II. Herren
Bevor unsere Erinnerungen komplett verblassen, schreiben wir die Geschichte lieber genauso auf, wie sie passiert ist. Spoiler vorab: Wir haben uns verdammt teuer verkauft, jeder Einzelne hat geliefert, und am Ende fehlte uns in Hamburg einfach das winzigste Quäntchen Glück zum ganz großen Wurf!
Die reguläre Saison: Jäger des verlorenen Schatzes
In einem extrem anstrengenden Feld aus 12 Mannschaften haben wir uns mit einer geschlossenen Teamleistung ein echtes Luxus-Ergebnis erarbeitet. Am Ende standen 34:10 Punkte und ein hoch positives Spielverhältnis von 127:70 auf unserer Habenseite.
Einziger Schönheitsfehler: Die Jungs vom SSC Hagen Ahrensburg hatten wohl etwas gegen unser Drehbuch und haben sich mit 38:6 Punkten Platz 1 gekrallt. Glückwunsch – aber Vize-Meister klingt ohnehin viel eleganter! Und das Wichtigste: Platz 2 bedeutete das goldene Ticket für die Aufstiegsrelegation zur überregionalen Verbandsoberliga Nord.
Das Kader-Voting: Ein Hoch auf jeden Einzelnen!
Damit hier niemand zu kurz kommt, habe ich mir die Mühe gemacht, die glorreichen Taten jedes einzelnen Akteurs zu würdigen, der in der Verbandsliga für uns den Schläger geschwungen hat. Ehre, wem Ehre gebührt:
Mogens Sonnichsen: Unser Danish-Dynamite im oberen Paarkreuz. Mogens hat die Gegner reihenweise so schwindelig gespielt, dass sie danach ein Navi für den Heimweg brauchten. Seine Einzelbilanz von 24:9 Siegen war schlichtweg unsere Lebensversicherung!
Christian Witter: Christian mutierte phasenweise zum unbesiegbaren Endgegner. Wer eine makellose 6:0-Serie hinlegt, schummelt entweder heimlich Zaubertrank in seine Trinkflasche oder hat einfach ein brutales Händchen. Absolut stabil!
Fabian Schüler: Unser „Fabi“ hat diese Saison alles gegeben und kein Spiel verloren, starke Leistung. War natürlich nur Spaß, der feine Herr war in Wahrheit gar nicht dabei! Er dachte sich wohl, im Ausland sei es schöner als bei uns in der Halle. Kann man mal machen, uns für die große weite Welt sitzen zu lassen... wir verzeihen dir du Assi (vielleicht)!
Rene Ahrensdorf: Vergiss das Gerücht vom kontrollierten Schupfen – Rene kennt an der Platte nur eine Richtung: Vollgas nach vorne! (egal wie der Ball kommt, Rene wird gegenziehen). Mit einer absolut bärenstarken 15:7-Bilanz hat er diese Saison die gegnerischen Hallen regelrecht in Schutt und Asche gelegt.
Jonas Süßmuth: Mit einer starken 16:9-Bilanz strahlt der Kerl eine Ruhe aus, als wäre er gerade frisch aus dem Yoga-Urlaub abgehauen. Die Frisur passt dafür auch ziemlich gut! Ein geiler Zocker! Wenn der Dutt sitzt, sieht er aus wie Tarzan, den man frisch rasiert, in ein Vereinstrikot gesteckt und an die Platte gestellt hat.
Florian Roth: Flori war an der Platte einfach eine absolute Maschine und hat sich in jedem Match die Seele aus dem Leib gerannt mit einer Bilanz von 8:5 – der Typ gibt immer 110%, egal ob an der Platte oder am Rand. Zusammen mit Mogens bildete er außerdem unser absolutes Parade-Doppel. Wenn die beiden die Platte betraten, konnten wir den ersten Punkt im Spielberichtsbogen eigentlich schon eintragen.
Und ich selbst (Niklas Munz): Chef-Stratege, Motivations-Guru und der Einzige, der den Haufen hier im Griff hatte. Meine wichtigste Leistung? Den Fokus auf den Erfolg zu richten und sicherzustellen, dass nach dem Spiel genug Kaltgetränke bereit standen. Sportlich lief es natürlich auch stabil mit einer 17:9 Bilanz, aber mal ehrlich: Ohne mein permanentes Anpeitschen von der Bank aus hätten die anderen doch glatt vergessen, auf welche Seite des Tisches sie den Ball spielen müssen.
Felix, Mats, Jule: Vielen Dank auch an die drei Akteure, die uns geholfen haben, diesen zweiten Platz zu erreichen.
Das Relegations-Drama: Der wahre Krimi von Hamburg
Anfang Mai hieß es dann: Showdown um den Aufstieg! Und jetzt blicken wir mal ganz tief in die echten, offiziellen Zahlen der Dreier-Relegationsrunde (nachdem Stralsund kurzfristig gekniffen hatte). Schnallt euch an, die Reihenfolge der Spiele hat den Spannungsbogen ins Unermessliche getrieben:
1. Spiel: TH Eilbeck gegen Walddörfer SV – 9:1
Die Eilbecker durften zuerst ran und haben Walddörfer mal eben komplett rasiert. Wir saßen auf der Tribüne, haben uns das Spektakel angeguckt und wussten sofort: Okay, die Hamburger meinen es ernst. Die Messlatte war damit verdammt hoch gelegt.
2. Spiel: TH Eilbeck gegen SV Friedrichsort II – 5:5-Unentschieden
Danach hieß es für uns: Showtime! Und was war das für ein epischer Fight! Wir haben alles gegeben und sensationelles Tischtennis geboten. Am Ende trennten wir uns nach dramatischen Ballwechseln mit einem ultraknappen, leistungsgerechten 5:5. Alles war vor dem letzten Spiel noch komplett offen!
3. Spiel: SV Friedrichsort II gegen Walddörfer SV – 8:2-Sieg!
Wir haben nochmal alle Kräfte mobilisiert und einen richtig kurzen Prozess gemacht! Wir haben gefightet wie die Löwen und die Walddörfer Jungs mit 8:2 bezwungen. Ein grandioses Spiel von uns! Doch als wir den letzten Punkt machten und den Rechenschieber herbeiholten, folgte der mathematische Herzschmerz.
Das hauchdünne Relegations-Endergebnis:
- TH Eilbeck | 3:1 Punkte | 14:6 Spiele (Aufsteiger)
- SV Friedrichsort II | 3:1 Punkte | 13:7 Spiele
- Walddörfer SV | 0:4 Punkte | 3:17 Spiele
Seht euch das an: Punktgleich mit dem Aufsteiger! Ungeschlagen durch die Relegation marschiert! Nur wegen eines einzigen fehlenden Spiels in der Gesamtabrechnung holten wir uns den nächsten – richtig geraten – zweiten Platz ab. Man kann uns also definitiv nicht vorwerfen, wir wären in dieser Saison nicht konstant gewesen!
Mein Fazit: Wer braucht schon die Verbandsoberliga?
Auch wenn der Aufstieg hauchdünn futsch ist und wir das Ganze erst mal bei einem Kaltgetränk verdauen mussten: Ich bin unfassbar stolz auf jeden Einzelnen aus der Truppe. Vizemeister in Schleswig-Holstein, ungeschlagen durch die Relegation marschiert und der Hamburger Elite Paroli geboten – das muss uns erstmal einer nachmachen!
Vielen Dank an Mats, Thorsten, King (nach dem Holstein-Spiel extra noch vorbeigekommen) und Dieter, die mit dabei waren in Hamburg und an der Bande alles gegeben haben.
Ich möchte mich auch bei allen bedanken, die uns die komplette Saison über begleitet und unterstützt haben.
Wir haken das jetzt ab, trainieren im Sommer fleißig und greifen nächste Saison einfach wieder an. Die Verbandsliga ist schließlich viel zu schön, um sie so schnell zu verlassen.
Bis zum nächsten Ballwechsel – haltet die Schläger sauber!
Euer Niklas